Verfasst von: Kiefner Sabine | Juli 13, 2007

Soviel Theorie, aber wo bleibt die Praxis?

Liest man sich das bundesweite Angebot für LehrerInnen und ErzieherInnen an Fortbildungen im Bereich der Erkennung und Förderung von hochbegabten Kindern durch, entsteht der Eindruck, dass sich heute bereits ein großer Teil des Lehrpersonals mit dem Thema Hochbegabung auskennen müsste. 

Leider sieht das aber in der Praxis nicht so rosig aus.

Viele LehrerInnen sind immer noch der Meinung, dass nur gute Noten ein Indiz für eine Hochbegabung sein können und jedes Kind mit durchschnittlichen oder gar schlechten Noten folglich nicht hochbegabt sein kann. Dabei ist längst bekannt, dass nicht nur MusterschülerInnen zu den zwei Prozent der Hochbegabten zählen. Betroffene Eltern klagen darüber, dass sie im Gespräch mit den LehrerInnen über ihr hochbegabtes Kind nicht ernst genommen werden oder man sie gar in die Kategorie der Eislaufmütter stuft, wenn sie sich um eine, dem Begabungspotential ihres Kindes entsprechende, schulische Förderung bemühen. Werden die vielen Fortbildungsmaßnahmen zu wenig genutzt oder fehlt es im Schulalltag an deren praktischen Umsetzung?

Auf jeden Fall scheint es noch ein weiter Weg von der Theorie zur Praxis. Dabei haben sich die Bildungsministerien der einzelnen Bundesländer die Förderung hochbegabter Kinder auf die Fahne geschrieben. Das Recht der Kinder auf individuelle Förderung wurde sogar im Schulgesetz verankert. Ein vielversprechender, theoretischer Ansatz, der sehr zu begrüßen ist. Aber er macht nur Sinn, wenn er in der Praxis auch konsequent und flächendeckend umgesetzt wird – und zwar nicht nur bei den „MusterschülerInnen“, sondern auch bei Underachievern und Kindern mit Schulproblemen, die in den meisten Fällen durch Langeweile und Unterforderung im Unterricht entstehen bzw. bereits entstanden sind.     

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