Verfasst von: Kiefner Sabine | September 21, 2007

Bildung in Deutschland – Alarmstufe rot?

Ein Blick auf den neuen OECD-Bildungsbericht 2007 verheißt nichts Gutes. Deutschland fiel im weltweiten Vergleich weiter vom 10. auf den 22. Platz zurück. Es fehlt an AbiturientInnen, AkademikerInnen und gut ausgebildeten, jungen Fachkräften.
Mitverantwortlich dafür scheint nach wie vor zu einem großen Anteil die fehlende Chancengleichheit im Bereich Bildung.
Und das, obwohl laut Schulgesetz jedes Kind – unabhängig von seiner sozialen Herkunft und seiner wirtschaftlichen Lage – ein Recht auf schulische Bildung und individuelle Förderung hat. 
Aber gerade hier mangelt es an der praktischen Umsetzung.

Bildungsministerin Schavan hat nun angekündigt, sich dieses Problems anzunehmen und wieder mehr Jugendliche an die Hochschulen zu bringen. Dabei klingt das in dem Zusammenhang von ihr genannte Schlagwort „Bildungsherbst“ eher so, als würden wir dunklen Zeiten entgegen gehen.

Denn angesichts knapper Haushaltskassen fehlt es an Geld, das dringend in die Bildung gesteckt werden müsste. 
Die Schulklassen in Deutschland sind viel zu groß und es fehlt an Lehrpersonal. Dadurch kommt es zu häufigen Unterrichtsausfällen, was gerade in Bezug auf die G8 an den Gymnasien negative Auswirkungen hat. Da bleibt kaum noch Zeit und Raum für individuelle Förderung.

Immer mehr SchülerInnen brechen die Schule vorzeitig ab und starten ohne Abschluss ins Berufsleben, wo sie dann kaum Chancen auf einen Arbeitsplatz haben.

Und ein Studium ist angesichts der Studiengebühren so teuer geworden, dass es sich längst nicht jeder junge Mensch überhaupt leisten kann. Einige Universitäten (z.B. Freiburg) versuchen, hochbegabte StudentInnen mit eine Befreiung der Studiengebühr für die Dauer von drei Semestern für sich zu gewinnen. Aber diese Form der Förderung löste schnell kontroverse Diskussionen aus. Ein hoher IQ sei noch lange kein Garant für eine hohe Leistungsbereitschaft.

Einig ist man sich nur darin, dass etwas getan weden muss – und zwar möglichst schnell.
Aber Theorie alleine hilft nicht weiter, wenn es darum geht, jedem Kind ein Recht auf Bildung und Förderung zu gewährleisten. 
Dem steht auch unser dreigliedriges Schulsysstem im Weg, das Kinder schon nach vier Grundschuljahren in die unterschiedlichen, weiterführenden Bereiche aussondert und damit eine Bildungschancengleichheit fast unmöglich macht. 

Ich bin gespannt, welche Reformen nun in den nächsten Wochen und Monaten wieder auf den Tisch kommen werden.

Dazu einige Pressestimmen:

FAZ
Spiegel Online
Die Zeit
Der Tagesspiegel

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: